Es gab einmal goldene Zeiten für die volkstümliche Musik und den Schlager: Musikantenstadl (zuerst mit Karl Moik, dann mit Andy Borg – beide wurden schroff abserviert), Grand Prix der Volksmusik, Volkstümliche Hitparade mit Carolin Reiber, Wunschkonzert der Volksmusik (ebenfalls mit Carolin Reiber), Superhitparade der Volksmusik und Lustige Musikanten mit Marianne und Michael usw.
21 Jahre lang hielt Stefan Mross, von Edith Moik auf einer privaten Hochzeit entdeckt und von Karl Moik via TV-Sendung „Wie die Alten sungen“ gefördert, mit seiner Sendung „Immer wieder sonntags“ die Fahnen der Volksmusik und des Schlagers hoch. Neben einer fantastischen Unterhaltungs-Show, die dem wort- und witzgewaltigen jungen Bayern Mross und seiner Musikauswahl geschuldet waren, sorgte „Immer wieder sonntags“ auch für zahlreiche Karrieren junger Künstlerinnen und Künstler.
Jetzt ist Schluss. Der verantwortliche Sender SWR gab bekannt, dass die Sendung aus Kostengründen mit heuer eingestellt wird. Stefan Mross, 50, hat seine Schuldigkeit getan.
Mit ihm stirbt, wenn man von der Sendung „Wenn die Musi spielt“ und „Schlagerspaß mit Andy Borg“ in den dritten Programmen absieht (Wer weiß, wie lange es die noch gibt?), die letzte große Volksmusik- und Schlagersendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Eine schallende Ohrfeige für alle Fans – nicht nur für die immer viel zitierten älteren Menschen.
Bei den wenigen einschlägigen Privatsendern beschränken sich Schlager und Volksmusik hauptsächlich auf das Abspielen mehr oder weniger schlechter Videos.
Das haben sich Millionen Fans dieser Musikrichtung, die live nach wie vor ein riesiger Umsatzträger ist (Konzerte, Zeltfeste, etc.) und auf die Politiker bei diversen Veranstaltungen und Parteitagen gerne zurückgreifen, nicht verdient.
Lothar Schwertführer

