Albin Wiesenhofer sammelt 100 Jahre Volksmusik

Der Deutschfeistritzer Albin Wiesenhofer, seit 40 Jahren aktiver Musiker (Fuchsbartl Banda), hat sich der Musikforschung verschrieben.

Mit Sammlern, Wissenschaftlern und Musikern gründete er den Verein “Volksklang”, der sich die Förderung, Erforschung und Erhaltung der alpenländischen Volksmusik zum Ziel gemacht hat. Er und seine Mitstreiter sammeln alte Musikinstrumente und Tondokumente von Sängern und Musikanten aus dem Alpenraum, spüren altem Liedgut nach und zeichnen die Lebensgeschichten früherer Musikanten sowie die Geschichte der alpenländischen Musikkultur vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart auf.

Es wird nicht nur dokumentiert, sondern es geht ihnen darum, das Alte zu bewahren, sowie auch die Erhaltung und Vermittlung unserer Tradition für die Enkel und Urenkel Generation in Zukunft zugänglich zu machen.

Albin Wiesenhofer

Alte Kulturträger bewahren

Denn obwohl die Steiermark reich an Volkskultur und Musik fürs Volk ist, ist das Erfassen dieses Wissens einzigartig – Albin Wiesenhofer will es bewahren und begreifbar machen, und das für den gesamten Alpenraum, von der Steiermark bis nach Bayern, die Schweiz und Südtirol.

Dort, wo der ländliche Raum Kultur und Brauchtum pflegte, sind auch viele Gedichte und Lieder über das Zusammenleben und die Heimat entstanden. Es gibt kaum eine Gemeinde ohne Blasmusik. Alleine in Österreich gehören indirekt den Landesverbänden 2.163 Blasmusikkapellen mit mehr als 143.000 Musikern an. Das alleine birgt ein riesiges Potential in sich, aber auch Hackbrett und Harmonika sind wieder gern gespielte Instrumente, und experimentelle Volksmusikanten wie Hubert von Goisern, Herbert Pixner oder Andreas Gabalier füllen große Konzerthallen. Irgendwo muss das alles aber seinen Ursprung gehabt haben, und genau hier setzt der Verein “Volksklang” an. “Die Volksmusik hat ein gutes Fundament. Es gab und gibt viele Strömungen, vieles ist verschwunden, vieles hat sich aber weiterentwickelt”, so Wiesenhofer.

Wie ein Museum wirkt Albins Wohnzimmer mit alten Instrumenten und Fotos

Daher wurde vor 5 Jahren die Idee der ALPENLÄNDISCHEN MUSIKWELT geboren, welche als eine Institution zur Förderung, Forschung und Erhaltung alpenländischer Volksmusik-Tradition und Volksmusikkultur dienen soll, wo das Erleben der Musikkultur mit allen Sinnen im Vordergrund stehen soll. Zurück zu den Wurzeln- dieses Gefühl von Verbundenheit zur eigenen Identität wieder hochgelebt.

Bisher hat man bereits 35.000 Tonträger gesammelt , davon allein 5.000 Volksmusik Schellackplatten, und von diesen Schellacks wurden ca. 1.500 Stück vor 1925 (mit Aufnahmetrichter – ohne Mikrophon) aufgenommen. Weiters wurden 300 verschiedene Instrumente, 1500 Schellacks bis hin zu Abspielgeräten, Aufnahmegeräten, Plakaten sowie Autogrammkarten zu den Bereichen Volksmusik/Volkstümliche Musik bis hin zur Schlagermusik zusammengetragen.

Text: Gottfried Reyer | Fotos : Karlheinz Wagner |  AustrianNews ©

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