Startexterin Hanneliese Kreissl-Wurth schrieb Protestsong gegen Corona-Regierung

Hanneliese Kreissl-Wurth, vor kurzem vom OÖ-Landeshauptmann Thomas Stelzer mit dem Goldenen Kulturehrenzeichen des Landes ausgezeichnet

Hanneliese Kreissl-Wurth, mit über 2000 verfassten Werken eine der erfolgreichsten Texterinnen der Volksmusik- und Schlagerszene (“Steirermen san very good”, “Die Leut am Land”, “A richtiger Mann”) schrieb einen Protestsong gegen die Bundesregierung und deren Versagen bei der Corona-Hilfe. Titel: “Es is sowieso ganz anders…”

“Warum ich diesen Titel geschrieben habe? Weil es wichtig ist, die Dinge, die uns beschäftigen, beim Namen zu nennen”, sagt die Oberösterreicherin, die erst vor kurzem das Goldene Kulturehrenzeichen des Landes Oberösterreich bekommen hat. “Ich habe viele Anrufe von Musikern erhalten, die jetzt nicht mehr wissen, wie es für sie und ihre Familien weitergehen wird. Koste es, was es wolle! Dankeschön. Viele sagen: „Ja, es wird leider einige von uns die Existenz kosten!“

Den Song gab sie dem Musiker und Musikproduzenten Flo Daxner, der den Text zu Gesang brachte. Auch er ist empört über die Art und Weise, wie die Regierung mit der Hilfe für Künstler umgeht. 

Flo Daxner, Foto: Daxner

Die Sorge von Flo: “Musikveranstaltungen finden nicht statt. Wenn Regierungsmitglieder von Kultur und Musikveranstaltungen sprechen, dann reden sie normalerweise nur von Theateraufführungen und Konzerten klassischer Musik, die förderungswürdig sind. Wer beachtet die vielen abgesagten Feste, bei denen Unterhaltungsmusik geboten wird? Niemand! Dabei geht es um das Überleben von Musikern, Veranstaltern, Tontechnikern, Festwirten etc. und in weiterer Folge um Einnahmen von Komponisten, Autoren und Verlagen. In halbvollen Hallen sind ‘Unterhaltung und Stimmung’ nicht möglich. Ganz abgesehen davon, dass sich Veranstaltungen mit halbierter Publikumszahl nicht rechnen und daher aus wirtschaftlichen Gründen abgesagt werden müssen!”

Frage von Flo und vielen Kollegen: Wann kommt die Botschaft „regional“ beim ORF an?

“Bisher gar nicht. Jetzt, wo Musiker keine Chance haben, bei Live-Veranstaltungen in Erscheinung zu treten, sollten sie – so müsste man meinen – wenigstens in unserem staatlichen Rundfunk präsent sein. Ist doch klar! Falsch gedacht. Das Musikprogramm des ORF tönt weiterhin nach den Vorgaben der deutschen Beraterfirma! Und österreichische Interpreten kommen nur sehr spärlich darin vor. Vor wenigen Tagen sagten ein paar meiner Kollegen: ‘Wieso regt sich eigentlich niemand darüber auf, dass der ORF die österreichische Wirtschaft massiv schädigt? Oder checken das die Hörer nicht?’“

Warum Flo, den man als erstklassigen Tastenmann verschiedener Gruppen, als Chorsänger und als geduldigen Studiotechniker kennt, diesen Song selbst gesungen hat? Weil er in den letzten Wochen keinen Sänger in sein Tonstudio holen konnte.  

„Es is sowieso ganz anders…“:

 

 

 

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